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Moderatoren Ausbildung Berlin

Voices Sprechtraining Sprechen nach Noten - die Notation 1
Anleitung für Teilnehmer der Sprecher Akademie Berlin
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Die Notation ist für den Sprecher so etwas wie für den Bauarbeiter das Gerüst. In der Praxis wird jeder Sprecher automatisch seine eigene Zeichensetzung entwickeln, besonders, wenn es schnell gehen soll. Einige Grundregeln:
Hier die üblichen Zeichen der Sprechernotation und ihre jeweilige Bedeutung (frei nach Winkler/Gutenberg):

1. Mit einem vertikalen Strich werden Sätze in Sinnschritte eingeteilt.
Beispiel: Während einer der beiden Männer vorschriftsmäßig im Panzerwagen bleibt, | nimmt der andere den wertvollen grünen Leinensack entgegen und verschwindet damit, | zunächst spurlos.

2. Ein Punkt bestimmt die Hauptbetonung des zu betonenden Sinnabschnitts / Wortes. Beispiel a: Während einer der beiden Männer vorschriftsmäßig im Panzerwagen bleibt, | nimmt der andere den wertvollen grünen Leinensack entgegen und verschwindet damit, | zunächst spurlos.

3. Oder ein Stich unter dem zu betonenden Sinnabschnitt / Wort bestimmt die Hauptbetonung. Beispiel b: Während einer der beiden Männer vorschriftsmäßig im Panzerwagen bleibt, | nimmt
der andere den wertvollen grünen Leinensack entgegen und verschwindet damit, | zunächst spurlos.

4. Ein waagerechter Pfeil am Ende eines Sinnschrittes zeigt an, dass die Stimme
(hier) weder gehoben noch gesenkt werden soll. Beispiel: Während einer der beiden Männer vorschriftsmäßig im Panzerwagen bleibt, nimmt der andere den wertvollen grünen Leinensack entgegen und verschwindet damit, zunächst spurlos.

5. Weitere Zeichen:
Ein schräg nach oben gerichteter Pfeil am Ende eines Sinnschrittes zeigt an, dass die Stimme hier gehoben werden soll. Ein schräg nach unten gerichteter Pfeil am Ende eines Sinnschrittes zeigt an, dass die Stimme hier gesenkt werden soll. Eine "Treppenstufe" von oben nach unten zeigt an, dass hier die Sprechspannung angehoben werden soll. Eine "Treppenstufe" von unten nach oben zeigt an, dass hier die Sprechspannung gesenkt werden soll.
Die vollständige Notation des Satzes sieht schließlich so aus: Sinnschritte sind keineswegs immer mit der Interpunktion und dem grammatikalischen Aufbau eines Satzes identisch. Sie gliedern den Text in Einheiten, die das Gesprochene verständlich machen.
Ohne eine Einteilung in Sinnschritte wird jeder gesprochene Text zu einer Qual für den Zuhörer, besonders, wenn das Sprechtempo hoch ist und die Sätze lang. Als Sprecher müssen wir uns daher Texte auf die beschriebene Weise erarbeiten, damit wir während des Vortrags den Sinn entsprechend wiedergeben können.

Der Zuhörer hat nur in dem Moment, wenn wir sprechen die Möglichkeit, den Sinn zu verstehen. (anders als beim selber lesen können wir noch einmal nachlesen). Erleben wir als Sprecher darüber hinaus im Moment des Vortrags den Text, erlebt ihn günstigster Weise auch der Zuhörer. Auch stehen die meisten Sätze in Beziehung zu einander. Erleben wir den Text während des Vortrags, nehmen wir stärker Bezug auf vorhergehende Sätze, denn
sie erklären manchmal erst ein wenig später den Sinn der vorgerigen. Deswegen halten wir uns an unsere Notation – sie hilft uns, den Text als Ganzes zu begreifen und genau so wieder zu geben. Um das zu ermöglichen, ist unsere mentale Sprecheinstellung voher zu klären und unsere Ansprechhaltung textadäquat einzusetzen: sprich – ich spreche so, dass der Inhalt meiner Worte meinen Hörer erreicht und in ihm das auslöst, was ich beabsichtige.

 
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