Sprechausbildung - Sprecher Akademie - Sprecherausbildung für Deutschland

Sprecherziehung Deutschland
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Die Sprecher Akademie versteht sich als Anbieter für Einsteiger und Anfänger. Ob Sie Ihre Stimme für Radio und TV einsetzen möchten, oder sich lediglich mehr Erfolg durch bessere Aussprache und Sprechen im Beruf vornehmen: Hier sind Sie richtig. Praxisorientierte Einheiten die sich sofort umsetzen lassen. Vertrauen Sie einer Institution mit der Erfahrung seit mehr als 20 Jahren. Zahlreiche Referenzen bis in höchste Führungsebenen sprechen für die Sprecherausbildung der Akademie.

Vom Plagiat der Einweg-kommunikation zum Klangbild der Mehrwegkommunikation.
Der Versuch einer Betrachtung von Radiomoderation im historischen Kontext.
Abschlussarbeit zum 14. Medienkundlichen Lehrgang

Betreuer: Ing. Dolf Maurer

Erstellt von: Mario Schober
Traungauergasse 10/1/5
8020 Graz

Einleitung – die Massenware Wort
„Der Buchdruck hat das geschriebene Wort zur Massenware gemacht, das Radio auch noch das ge-sprochene.“  Mit diesem Gedanken wird das Thema dieser Arbeit eingeleitet. Es gibt kaum Orte, wo sich Menschen der westlichen Gesellschaft bewegen, wo es nicht vorhanden und eingeschaltet ist: das Radio. Das was auf den ersten Blick ein Gerät bezeichnet, dass sich auf Nachkästchen im Schlafzim-mer, in Regalen, in Fahrzeugen, auf Autobahnraststationen finden lässt, ist ein Begriff der für den gesamten Entstehungsprozess von Lautproduktion. ‚Radio‘ steht für den Prozess seines Produkts: Tö-ne.
Zwei Elemente des menschlichen Daseins stehen im Mittelpunkt des Hörfunks: Musik und das ge-sprochene Wort. Letzteres soll diese Arbeit erläutern. Das Augenmerk konzentriert sich auf eine be-stimmte Gruppe der Wortproduzenten im Radio, die Moderatoren.  
Dieses Manuskript befasst sich mit dem Werkzeug und dem Arbeitsplatz des Moderators: Die Sprache und das Radio (nicht das Gerät, das auf einem Kästchen plaziert ist). Den thematischen Abschluss bildet, gemäß des Titels dieser Arbeit, ein kurzer historischer Abriss aus den vergangenen dreißig Jah-ren.
Dem Anspruch an Vollständigkeit kann diese Arbeit niemals genüge tragen. Zu umfangreich ist das Thema, zu komplex das nötige Vorwissen. Dennoch ist dieses Werk nach bestem Wissen und Gewis-sen, und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln (Literatur, Internet, Gespräche und eigene Interpre-tationen) ausgeführt. Zweck dieser Arbeit ist der Abschluss des 14. Medienkundlichen Lehrganges an der Karl Franzens Universität Graz.
Sprache
Die Sprache ist ein Ausdrucksmittel des Menschen, mit der er einerseits die Welt beschreibt und ande-rerseits mit anderen Lebewesen kommuniziert. „Unsere Muttersprache sei … ein >> Abkommen << darüber , wie die Umwelt begrifflich zerlegt werden soll …“
Wie viele Arten es gibt, sich sprachlich auszudrücken, soll folgendes Beispiel erläutern:
Der Ausruf „Stopp“ fordert eine Person auf, eine Sache nicht weiterzuführen. Das gleiche soll die vom Körper gestreckte, und auf eine Sache gerichtete, Handfläche bewirken, genauso wie das Verkehrs-schild „Stop“. Voraussetzung ist allerdings, dass diejenigen, die an dieser Aktion beteiligt sind, die Zeichen auch verstehen. Wer des Deutschen nicht mächtig ist, wird das Wort „Stopp“ kaum verstehen und genauso wenig versteht derjenige das Handzeichen der in einer Kultur lebt, in denen dieses Zei-chen unbekannt ist oder etwas anderes bedeutet. Auch das Stoppschild wird in Gegenden in denen die Menschen mit dem Straßenverkehr nichts zu tun haben unbeachtet bleiben.
Trotz der Vielfalt menschlicher Ausdrucksweise, existieren nur zwei physikalische Wege um sich sprachlich mitzuteilen . Zum einen gibt es graphische (visuelle) Mittel, das sind etwa Bilder und Zei-chen wie eben das Stoppschild auf dem die Anweisung geschrieben ist oder das Handzeichen. Das andere Mittel, mit dem sich der Mensch auszudrücken vermag, ist das verbale (akustische) – das was wir allgemein unter sprechen verstehen. Verbaler Ausdruck besteht aus Zeichen, die „… bestimmten physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgen …“ und „… aneinandergekettet werden können und als solche von Menschen benutzt werden, um Äußerungen zu machen; daß zum Verstehen solcher Äuße-rungen bestimmten Regeln gefolgt wird, die sich von universalen logischen Kategorien herleiten las-sen usw.“  – physikalisch deshalb weil sehen, hören und sprechen durch physikalische Vorgänge sind.
Sprache ist abstrakt; eben nur eine Aneinanderreihung von Zeichen und Lauten zu Wörter und Texte. Warum sie trotzdem verstanden werden, hängt damit zusammen, dass gewisse Vorstellungen mit den Laut- und Zeichenketten verbunden sind – diese Ketten werden zu Begriffen.
Alle Menschen der Erde besitzen die gleichen Voraussetzungen zur Sprachproduktion. Uns allen sind die selben Spechwerkzeuge geben. Und dennoch entwickelten sich andere Sprachen und Sprachfor-men. Denn durch „… räumliche Trennung und Isolation, Verschiedenheit der materiellen Bedingun-gen …“ haben sich mit den unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedliche Lautsysteme entwi-ckelt.  
Kommunikation
Ein Begriff, der allgemein mit Sprache gleichgesetzt wird ist Kommunikation. Kommunikation ist menschliches Verhalten, ein Akt des Handelns, also der Sprechakt. Der Begriff leitet sich ab vom la-teinischen communicatio, das für Mitteilung, Verkehr, Verbindung und Übertragung stand.
Im Grunde genommen handelt es sich bei der Kommunikation um Abkommen innerhalb eines Sprach-raums festzulegen, welche Bedeutung bestimmte Lautkombinationen haben, d.h. welche Lautkombi-nationen an welche Begriffe geknüpft sind (semantische Bedeutung) und wie diese Lautkombinatio-nen untereinander in Verbindung stehen (syntaktische Regeln). Diese Gesetzmäßigkeit wurde von Wittgenstein erkannt und in seinen „Philosophischen Untersuchungen“ „Sprachspiel“ genannt. Die Bedeutung von Wörtern und Sätzen ist erst dann klar, wenn man ihre Gebrauchsregeln kennt. Erst wenn man sie in verschiedenen Situationen angewandt hat, kennt man ihre Bedeutung (nach BUR-GER/IMHASLY 1978, 17). Daraus ergibt sich, dass sich der Sinn eines Sprechaktes erst durch die Situa-tion des Sprechens konstruiert.
BURGER/IMHASLY definieren durch die folgenden Kriterien einen minimalen Begriff von Kommuni-kation :
(I) Das Verhalten des „Senders“ muss intentional (auf ein Ziel gerichtet) sein.
(II) Das Verhalten muss an einen bestimmten Partner („Adressat“) gerichtet sein.
(III) Das Verhalten muss vom Adressaten wahrgenommen und interpretiert werden.
(IV) Das Verhalten muss symbolisch (beschreibend) sein.
… und fügen noch hinzu, dass es zwei Formen von Kommunikation gibt:
a.) Direkte Kommunikation
b.) Indirekte Kommunikation
Direkt kommuniziert wird, wenn die Gesprächspartner sich zur selben Zeit am selben Ort befinden und gleichzeitig interagieren können. Der Partner ist greifbar. Von indirekter Kommunikation spricht man hingegen wenn „…zwischen die Verhaltensäußerung und ihre Wahrnehmung eine vermittelte Instanz tritt“ (BURGER/IMHASLY 1978, 23). Letzteres ist in Massenmedien der Fall.
Kommunikation setzt voraus, dass sich „Sender“ und „Adressat“ verstehen. Nach GEISSNER „… dient mündliche Kommunikation dem Vollzug gemeinsamer Sinnstiftung, deren Ziel das Verstehen ist.“   Für eine erfolgreiche Kommunikation müssen die beiden Kommunikatoren aus der selben Erfah-rungswelt schöpfen. Ein gemeinsamer Erfahrungsschatz setzt aber nicht voraus, dass die Absicht eines Sprachproduzierenden vom Hörer gleich verstanden wird.
Lexikalisch-grammatische Bedeutung (eines Textes, ob gelesen, gesprochen, gehört oder gesehen) und der Interpretation derselben unterscheiden sich. So muss zwischen der Intention eines „Senders“ und der Interpretation eines „Adressaten“ unterscheiden werden. Der Sinn einer Kommunikation wird von den Kommunikationspartnern gemeinsam konstruiert. Hierbei spielen Sprechdenken und Hörverste-hen eine große Rolle.
Mit dieser knappen Beschreibung von Kommunikation wird das Feld vorerst einmal abgesteckt. Erklä-rungen zu diesem Phänomen der menschlichen Interaktion gibt es zuhauf. Vor etwa 25 Jahren listete Klaus Merten etwa 160 wissenschaftliche Definitionen zum Begriff Kommunikation auf.
Hören
Zur zweiten Hälfte der Kommunikation zählt das Hören. Es ist ein physikalischer und psychologischer Prozess, bei dem Schallschwingungen über das Ohr zur Großhirnrinde des Zuhörers vordringt und dort verarbeitet werden, zu dem was der Hörer versteht. ERICH DRACH beschreibt Hörsituation in seinem Werk „Die redenden Künste“ (1926) als „… die Gesamtheit aller vorausliegenden psychischen Erleb-nisse die bis zum Augenblick des Hörens, die irgend mit dem Gehörten in Beziehung stehen kön-nen.“  
FRIEDRICH KAINZ erkannte vier Stufen des Hörens:
Die erste Stufe nenn er den Hörvorgang, die akustische Wahrnehmung. Dabei werden die Schwingun-gen, die der Sprechende erzeugt in Nervenerregungen zerlegt und an zwei Stellen des Gehirns weiter-geleitet. Einerseits an den Hirnstamm, der auf bestimmte Schwingungen in der Stimme des Sprechen-den, die nicht zum Lautbild des Wortes gehören achtet und darauf reagiert. Beispielsweise mit Er-schütterung oder Alarm. Andererseits werden die Nervenerregungen an das sensorische Sprachzent-rum der Großhirnrinde gesendet. Dort werden die wahrgenommenen Schwingungen registriert.
Während der zweiten Phase werden Klanggestalten zurechtgeformt. Das gehörte wird vervollständigt und gegebenenfalls in Signale übersetzt, die der Hörer versteht.
Der Vorgang des Bewußtwerdens (Verstehens) erfolgt ebenfalls in der Großhirnrinde. Die bereinigten Sprachbilder werden mit den dort gespeicherten Wortbildern verglichen. Sind alle Wörter bekannt, wird der Ausdruck des Sprechenden an das Bewußtsein weitergeleitet und auf den Wortsinn überprüft.
Die vierte Stufe ist das Erfassen des Gemeinten. Hier wird entschieden, wie der Hörende reagieren soll. Auf die Frage: „wissen Sie wie spät es ist?“ könnte der Angesprochene mit „Ja“ antworten. Je-doch wollte der Fragende Auskunft über die Uhrzeit wissen und der Angesprochene wird ihm antwor-ten: „Es ist 14 Uhr und 4 Minuten.“
Hören und verstehen sind in enorm komplexe psychologische Prozesse eingebunden, die zusätzlich vom sozialen Umfeld der Kommunikationspartner beeinflusst sind.
Sprache ist mehr als nur das Wort
GEISSNER unterscheidet zwischen drei sprachlichen Repertoires, nämlich sprachliche (verbale), sprachbegleitende (paraverbale) und sprachfreie (extraverbale) oder sprachlich, sprecherisch und kör-perlich – diese Bezeichnungen nennen ihre jeweilig intentionierte Funktion deutlicher. Zu den sprach-lichen Repertoires zählen die, in den Lexika verzeichneten, Wörter und die Regeln ihrer Verknüpfung. Sprachfreie Elemente sind melodische, dynamische, temporale und artikulatorische Effekte der Sprachproduktion. Haltung, Bewegung, Gebärden, Gesten, Mienen, Blicke und Schallereignisse sum-miert der Autor im dritten der sprachlichen Repertoires, dem sprachfreien.
Andere Autoren benennen diese drei Teile des Sprechens anders; grenzen sie untereinander jedoch gleich ab wie GEISSNER. WALLBOTT stellt noch ein paar weitere Klassifikationen vor.  So wird nach Verhaltenskanäle oder nach Funktion nonverbaler Elemente untergliedert. Verhaltenskanäle richten sich nach anatomischen, nach zusammengehörigen Verhaltensaspekte oder nach dem Empfängersen-sorium. Eine funktionale Klassifikation teilt in Illustratoren, die Sprachliches untermalen, verdeutli-chen oder illustrieren (z.B. bestimmte Gesten), Adaptoren oder Manipulatoren (z.B. sich kratzen); des Weiteren in Embleme – sie können Ausdrücke ersetzen – (z.B. an den Kopf tippen, aber auch vokale Ausdrücke), Regulatoren – sie regulieren den Sprechakt – und Affektdarstellungen (Emotionen).
Um die Übersicht zu wahren verwendet diese Arbeit die Aufteilung nach KREUZBAUER, drei Kompo-nenten nennt: verbal, paraverbal und nonverbal.  BURGER/IMHASLY  unterteilen paraverbale Sprache in die zwei Typen Stimmqualität und Sprechweise.
Stimmqualität
Sie bringt Eigenschaften des Sprechers wie das Alter, Geschlecht, Zugehörigkeit zu bestimmten ge-sellschaftlichen Gruppen, Herkunft aus einem bestimmten Sprachraum, Dialekt, Timbre usw.
Sprechweise
Sie spiegelt den emotionalen Zustand des Sprechers wieder und seine Einstellung zu sich, zum Kom-munikationspartner, zum Sprechgegenstand, zur Situation. Sie bringt auch zum Ausdruck wie der Sprecher den Kommunikationsablauf steuert. Durch anheben der Stimme oder stärkere Betonung be-müht er sich die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen oder er zeigt etwa durch Senken der Stimme an, dass er die Sprecherrolle abgeben will. Aber mit diesen paraverbalen Mitteln kann der Sprecher genauso anzeigen, wie er eine Aussage verstanden haben will (durch Betonung einiger Wör-ter); ob sie ernst oder ironisch gemeint war etc. Die Sprechweise zeigt auch den Verbalisierungspro-zess; durch Nachdenkpausen, Versprecher, nochmaliges Wiederholen etc.
Intonation (Sprachmelodie) zählt ebenfalls zur Sprechweise und wird in drei syntaktisch-relevante Typen unterschieden:
terminal (am Ende fallender Ton): für Aussagesätze und Ergänzungsfragen
interrogativ (steigender Ton): für Entscheidungsfragen
progredient (schwebend etwa auf gleicher Ebene gehalten): für den Übergang von Haupt- zu Nebensatz
Nicht in diese Systematik einordnen ließe sich nach BURGER/IMHASLY 1978 „… nicht-sprachliche oder nicht eindeutig sprachliche Äußerungen, die den verbalen Ablauf unterbrechen bzw. Sprache ersetzen können.“ Damit meinen die Autoren etwa Hüsteln, Lachen, usw. Auf der anderen Seite zäh-len Interjektionen wie äh, hm, pah …, grammatikalisch als Wörter.
Auf die sprachfreien (körperlichen) Phänomene geht dieses Werk nicht explizit ein, da dieses Element als Kanal über den Sprachliches mitgeteilt wird im Hörfunk wegfällt.
Radio
Seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts existieren drei „Kanäle“ (Medien) von Massenmedien: Presse, Radio und Fernsehen, als jüngstes Medium, mit welchen Botschaften an die Massen gerichtet werden. Jedem dieser Kanäle werden im Allgemeinen sprachliche Charakteristiken zugesprochen, die ihn auszeichnen.
So lassen sich diese Kanäle mittels neun Kommunikationsmodi beschreiben: flüchtig, mündlich, schriftlich, Ton, Bild, Film, öffentlich, Einweg, Ein/Aus.  
Der erste Modus beschreibt ob Aussagen während des Kommunikationsprozesses verschwinden, oder darüber hinaus bestehen bleiben. Akustischer Ausdruck ist immer flüchtig. „Was einmal gesagt ist, ist unwiederbringlich dahin. Es hinterläßt Spuren im Gedächtnis, bleibt aber nicht materiell erhalten.“  Druckerzeugnisse hingegen muss man gezielt vernichten. Ton, Bild und Film bezeichnen die Art der Botschaft. Während sich das Fernsehen aller drei Arten bedienen kann, ist der Ton die ausschließliche Mitteilungsform für das Radio. Die letzten drei Modi (öffentlich, Einweg, Ein/Aus) haben die drei klassischen Medien gemeinsam. Sie sind allesamt für eine Öffentlichkeit bestimmt, funktionieren nur in eine Richtung (Rücksprachemöglichkeiten fallen weg) und jeder kann entscheiden ob er das Medi-um rezipieren will oder nicht, d.h. ob er es ein- oder ausschaltet.
Radio ist also das Medium mit den geringsten Möglichkeiten sprachlicher Variation. Es kann sich ausschließlich akustischer Laute bedienen und stellt daher besondere Anforderungen an die Lautspra-che. Es „… ist die Sonderform des Rundfunks, die rein akustische Botschaften verbreitet.“  Das ist aber auch sein Vorteil: Das Hören verlangt weitaus weniger Konzentration als etwa das lesen. Es geht nebenbei und lenkt nicht so sehr von der Umwelt ab wie lesen oder fernsehen. Der Hörfunk beliefert den Hörer schneller als TV und Presse mit Informationen weil der Produktionsprozess einer Botschaft im Hörfunk weit weniger Aufwand bedarf als in den beiden anderen Medien. Auch wenn der Zei-tungsjournalist nur seinen Schreibstift und Papier benötigt, um die Informationen in seine Redaktion zu transportieren, ist der Herstellungsprozess einer Zeitung enorm. Bis eine Nachricht an den Leser gelangt, vergehen Stunden. Das Fernsehen ist prinzipiell gleich schnell wie der Hörfunk. Aber auf-grund seiner Programmgestaltung (Spielfilme, Shows) und der Tatsache, dass die Fernsehproduktio-nen meist aufgezeichnet und noch dazu homogen (d.h. auch ohne Moderator) sind, können tagesaktu-elle Geschehnisse im Normalfall nur zu einem bestimmten Sendepunkt (Zeit im Bild) verbreitet wer-den. Radio ist flexibler weil im Normalfall der Moderator „live“ am Mikrophon sitzt und schnell Mel-dungen verbreiten kann. Durch den hohen Musikanteil, den Services etc. ist das Radio ein Unterhal-tungsmedium.
Jeder, der ein Instrument zum Empfang besitzt, kann Radiowellen empfangen. Im Gegensatz zu ande-ren Massenmedien können Radiostationen leichter empfangen und rezipiert werden als andere Medien weil die Empfangsgeräte sehr klein sein können. Auch ihr ungestörter Einsatz ist leichter möglich.
Auf der Seite der Radiobetreiber führte die Möglichkeit auf UKW zu senden dazu, dass Sender kos-tengünstig betrieben werden können – der finanzielle Aufwand für den Sendebetrieb ist relativ ge-ring.  
Der Nachteil des Hörfunks (das gilt analog auch zum Fernsehen) ist, dass nur zu bestimmten Zeiten gewissen Angeboten wahrgenommen werden. Der Sendezeitpunkt wird von den Sendern vorgegeben und kann nur zu diesem Zeitpunkt wahrgenommen werden. Eine Zeitung kann man lesen, wann man will.
Die eben gelesenen Zeilen sollten nun einen groben Überblick über Radio und Sprache gegeben ha-ben. Auf Radiotheorien, wie etwa von Bertolt Brecht (1927, 1932), Werner Faulstich (1981), Rudolf Arnheim (1933) u.a., will diese Arbeit nicht explizit eingehen. Die meisten können als veraltet gelten oder spezialisieren sich nur auf einen Aspekt des Hörfunks, wie etwa Arnheim seine Theorien auf das Hörspiel bezieht. Der Mensch konsumiert niemals ausschließlich einen Medienkanal. Zumindest nicht in jenen Kulturkreisen, in denen mehrere Formen der Massenmedien für den Menschen verfügbar sind. Deshalb sind Theorien, die sich auf einen einzelnen Kanal beziehen, mit Vorsicht zu genießen. „Aussagen über das Radio haben nur dann einen Sinn, wenn es in der Gesamtheit der Medien gesehen wird, die über ihre Beziehungen organisiert sind und die sich zusammen nach außen abgrenzen las-sen.“  Da Radio besonders technischen Entwicklungen unterlegen sind, muss in den kommenden Jahren auf neue Formen der Rezeption geachtet werden. Digital Audio Broadcasting (DAB), Internet, mobile Telekommunikation und neue Aufzeichnungsverfahren (mp3 etc.) werden das Verhalten der Konsumenten stärker verändern als bisher.
Moderation
Definitionsversuch
Je stärker dialogische und multilogische (Gespräche mit mehr als einem Gesprächspartner) im Hör-funk Einzug gehalten haben, desto höher wurden die Anforderungen an den Hörfunkjournalisten. Er wurde „… zum Vermittler, zum Gesprächsführer, Gesprächspartner oder Diskussionsleiter“. Men-schen für diese Aufgabe sind Moderatoren, die „… durch spontane Einfälle, Verbreitung „bunter Mel-dungen“ ein spannendes und aufgelockertes Programm in direkt übertragenen Sendungen zu „insze-nieren“.“  Für GEISSNER hingegen besteht die Arbeit der Moderatoren daraus, „… das geplante (ge-textete), seltener spontane sprecherische Verbinden eher kleinteiliger, selbst- oder fremdprodzuierter Teile, mit oder ohne das Publikum, zu einer vorgegebenen Zeit, an einem vorgegebenen Sendeplatz, in einer vorgegebenen Sendeform (Sendegefäß), für eine vorgegebene Sendestrecke.“  
Das Wort Moderator stammt aus dem lateinischen und kann Mäßigung, Lenken, Milde, Harmonie … bedeuten.
Beinahe jeder Autor definiert den Moderator und seine Aufgaben differenzierter. Eine kurze Erklärung ist: „Der Moderator stellt den personalen Bezug zwischen Programm und Publikum dar.“  Aber alle drücken aus, dass Moderation für den Hörer das Bindeglied zwischen den einzelnen Programmteilen ist.
Herkunft des Moderators ist die Morgensendung
Wie wichtig Moderatoren sind ergibt sich aus empirischen Untersuchungen.  Die menschliche Stim-me dient der Wiedererkennung von Programmen. Rund 74 Prozent erkennen ein Programm an der Stimme wieder, an zweiter Stelle folgt mit 66 Prozent die Identifikation durch Sendungen eines Pro-gramms. Fast die Hälfte der befragten Hörer haben einen Lieblingsmoderator (47 Prozent) und gut ein Drittel schalten das Radio wegen ihrem Moderator ein.
Zwischen dem Moderator und dem Hörer entsteht eine soziale Beziehung, der Moderator ist ein Inter-aktionspartner der gewisse Erwartungen vom Zuhörer erfüllen muss, wenn er akzeptiert werden möch-te. Solche Eigenschaftsprofile sind mit „Sympathie“, „Autorität“, „Kompetenz“ und „moralische Glaubwürdigkeit“. So kann man sagen dass ein Moderator, „… der bei seiner Zuhörerschaft ankommt, … Sympathie ausstrahlen, bis zu einem gewissen Grad bestimmend und dominierend sein, kompetent wirken und das Vertrauen seines Publikums gewinnen …“ muss.
Historisch leitet sich der Moderation und seine Funktion, die Moderation, von der Morgensendung her, die zu Beginn der 50er in den USA erstmals über den Äther gesendet wurden. Die bis dahin übli-che Bezeichnung „Commentator“ oder „Announcer“ passte für diese neue Form nicht mehr. Etwas friedfertigeres musste her, etwas dass belebend und ausgleichend war, jemand der moderat seinem Publikum gegenüber ist – der Moderator.
Bauteile einer Moderation
Allgemeine Einteilung – monologisch, dialogisch, multilogisch
Die verschiedenen Situationen, in denen sich ein Moderator finden kann, lassen sich in monologische, dialogische und mulitlogische unterscheiden. Während dialogische und multilogische sprachliche Handlungen darstellen, bei denen der Moderator einen oder mehrere Gesprächspartner im Studio oder am Telefon hat. Sitzt er allein im Studio oder richtet sich an den Hörer, der am Gerät horcht, spricht er monologisch. Die wichtigsten Funktionen einer Moderation umfasst monologisches Sprechhandeln, das auch dialogischen oder multilogischen Sprechsituationen vorkommt.
In der monologischen Moderation realisiert sich das oberste Recht eines Moderators kommunikative Abläufe während einer Sendung zu steuern. Es sichert ihm zu jeder Zeit das Rederecht. Genauso darf er einem Sendungsteilnehmer das Wort entziehen um den vorgegebenen Sendeablauf einzuhalten.
Dialogisches Moderieren entsteht dann, wenn dem Moderator in direkter Kommunikation jemand gegenüber steht, mit dem er kommuniziert. Dies kann entweder face-to-face oder per Telefon funktio-nieren. Wichtig für den Moderator ist auch ob der Gegenüber mediengeübt oder -ungeübt ist. Eine Rolle spielt auch, ob sich die Gesprächsteilnehmer untereinander kennen. Durch die Erfüllung bzw. nicht Erfüllung dieser Kriterien verwendet der Moderator verschiedene Techniken und setzt seine Sprache ein. Den selben Charakter besitzt die multilogische Form der Rundfunkkommunikation. Sie gilt als eine Erweiterung der dialogischen. Strategien und Anforderungen dieser Formen werden in dieser Arbeit ausgegrenzt.
Monologisches Handeln im Hörfunk richtet sich immer an den Hörer. Der Radiosprecher kann entwe-der die Gesamtheit seiner Hörer, bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen ansprechen. Darüber hinaus fasst es Funktion zusammen, die eine Sendung eröffnen, strukturieren, rhytmisieren, den Ablauf orga-nisieren usw. (TROESSER 1986, S. 95). Rahmenmoderation und Zwischenmoderation sind die beiden Kategorien, in die sich das monologische Moderieren trennen läßt.
Rahmenmoderation
Rahmenmoderation ist nur dadurch gekennzeichnet, dass sie die zeitliche Begrenzung einer Sendung darstellt, d.h. Rahmenmoderation gibt es nur am Beginn und am Ende einer Sendung mit spezifischen Merkmalen der An- und Abmoderation, nämlich Begrüßung und Verabschiedung.
Anmoderation dient in erster Linie der Begrüßung der Hörer. Sie kann aber auch Orientierungshilfe sein, um z.B. die Tageszeit besser einzuordnen. Die Anmoderation ist der erste turn des Moderators, die Abmoderation hingegen sein letzter, mit dem er die Hörer verabschiedet und auf weitere Sendun-gen hinweist, etc. Der Akt des Sendungsabschlusses ist nicht nur die Verabschiedung. Unter Umstän-den kann eine Zusammenfassung oder Wertung der Inhalte einer Sendung geschehen oder einfach eine Aufforderung sich bei der nächsten Sendung zu beteiligen. Form und Inhalt der An- und Abmoderati-on hängen von den Zielen der Gesamtsendung, von journalistischen Einstellung, den Fähigkeiten der einzelnen Moderatoren und ihrer Einstellung gegen über den Hörern ab. Die Rahmenmoderation stellt „eine Art verbale Visitenkarte einer Sendung dar“(TROESSER 1986, 117).
Schon in der Begrüßung und Verabschiedung zeigt sich die Einstellung des Moderators zum Publikum sowie seine Vorstellung vom Publikum. Dies zeigt sich nicht nur in der Art der Anrede (du, sie), son-dern auch in der Form der Begrüßung. Sie ist der erste Kontakt zum Publikum und bietet dem Spre-cher die Möglichkeit diesen zu festigen und zu verbreitern. „Dies führt in Sendungen des Unterhal-tungsbereichs oft zu minutenlangen Aufwärm-Conférencen, in die Betrachtungen über Tagesaktualitä-ten, über die Jahreszeit und auch immer wieder über den Sendeort … einfließen“ . Aber in erster Li-nie wird der Name der Sendung und des Moderators genannt. Diese Aufgabe fällt aber nicht immer dem Moderator zu wie folgende Beispiele illustrieren sollen. Zwei Auszüge aus dem Morgenpro-gramm des dritten Programms des Österreichischen Rundfunks.
Beispiel 1:
Nach den Nachrichten, der Wettervorhersage und dem aktuellen Verkehrsdienst fährt die Pro-grammkennung hoch, die den Namen des Moderators nennt: „[gesungen] Guten morgen Öster-reich, guten morgen Österreich, K. und das Morgenteam …“ Während die Melodie dieser Pro-grammkennung im Hintergrund weiterläuft kommt der Moderator mit einer Aussage, die sich auf den Verkehrsdienst zuvor bezieht. Er nennt Tag und Datum: „Montag [äh] der fünfte Sep-tember zweitausendundfünf a‘ frühe Stunde […] wünsche einen Guten Morgen.“ Danach drängt sich die Programmkennung wieder in den Vordergrund und geht in einen Musiktitel über.
(Der Ö3, 5.9.2005)

Beispiel 2:
Nach den aktuellen Wetternachrichten und –vorhersagen, begrüßt der Moderator mit: „Es ist drei nach sechs, ihr Dienstag morgen im …. Guten Morgen Österreich und gute Fahrt mit dem schnellsten Verkehrsservice Österreichs: D.Z.“ Darauf verlautbart eine Sprecherin die Ver-kehrsmeldungen, auf welche die Programmkennung (wieder mit Namen des Moderators und dem Hinweis auf das Team, siehe Beispiel 1) folgt. Der Moderator begrüßt seine Hörer mit „Schönes aufstehen, haben Sie auch gut geschlafen? Heut ist der sechste September zweitau-send und fünf …“ Auf die Programmhinweise die an dieser Stelle angesagt werden folgt noch-mals eine Programmkennung (anders als die vorige) und dann Musik.
(Der Ö3, 5.9.2005)

Das Morgenprogramm des Ö3 variiert in der Gestaltung seiner Rahmenmoderation. Unterschiedliche Programmkennungen (Jingles) können im selben turn vorkommen und auch die Begrüßung variiert im Stil, in der Sprache und Dramaturgie. Dasselbe gilt für die Verabschiedung.
Zwischenmoderation
Die Zwischenmoderation richtet sich ebenfalls an den Hörer und wird unterschieden in eigenständige (geplante dramaturgische Elemente) und eingebettete (spontane, deshalb nicht dramaturgisch) Zwi-schenmoderation. In Zwischenmoderationen verbergen sich wichtige Elemente der Höreranimation, z.B. die Aufforderung sich an einer Sendung zu beteiligen oder nicht mehr anzurufen, weil alle Tele-fonleitungen belegt sind etc. Informationen die nicht bekannt waren (weil sie nicht gesagt wurden, oder der Hörer erst zugeschaltet hat) werden geliefert. Aber auch immer wiederkehrende dramaturgi-sche Elemente kommen vor. Zwischenmoderationen unterbrechen das Begleitprogramm, weshalb sie auch breaks genannt werden. Eine solche Möglichkeit ist der „three-element-break“, eine Zwischenan-sage, die sich aus drei Elementen wie etwa Zeitansage, Wetter, Verkehrslage, Musik-Ansage, Stati-onsansage zusammensetzt.
Funktionen einer Moderation
Die Gesamtheit der monologischen  Formen können in reaktive, die der Moderator aufgrund instituti-oneller bzw. technisch-medialer Umstände ausführen muss und aktive, die durch die jeweilige Situati-on auf dem Handlungsfeld entstehen; diese kann der Moderator selbständig gestalten. In diese Formen gehören organisatorische Funktionen (z.B. Sendung eröffnen, Gespräche unterbrechen, wiederbegin-nen etc.), animatorische (Hörer motivieren, ansprechen, etc.) informatorische (Spielregeln bekannt geben, thematische Zusammenhänge herstellen etc.), kommentatorische (Gespräche kommentieren, usw.) und reportatorische (Atmosphäre am Ort beschreiben, raum-zeitliche Bezüge herstellen etc.) (TROESSER 1986, 128).
Äußerungen die einen Bezug zwischen dem Publikum und dem Programm bzw. dem Sender herstellen existieren in monologischen Sprechsituationen. So schreiben HÄUSERMANN/KÄPPELI: „Der Schwer-punkt [einer Moderation] liegt bei der Kommunikation über das Programm und seiner Vermittlung sowie bei der expliziten Kontaktherstellung zum Publikum …“ Sie lassen sich nach ihrer Funktion in vier Kategorien spalten, und zwar in den Bezug zwischen Publikum und …: (siehe HÄUSER-MANN/KÄPPELI 1986, 151-172)
1. Moderator:
Die Absicht, den Kontakt zur Audienz zu verstärken durch direktes Anreden, Begrüßung und Ver-abschiedung, Gespräche mit Publikumsvertretern, Thematisierung der eigenen Person.
2. Inhalt:
Dem Publikum soll die Orientierung erleichtert werden und es soll motiviert werden mittels An- und Absagen, Programmübersichten und attraktive Gestaltung dieser Elemente
3. Form:
Kommunikationsvorgänge sollen dem Hörer durchschaubarer (transparenter) gemacht werden. Erklärung der Arbeitsweise und technische Vorgänge sowie Begründung journalistischer Ent-scheide sind die Mittel dafür.
4. Veranstalter:
Die Absicht, die Institution angemessen zu repräsentieren soll durch entsprechende Erscheinung (Sprache) und menschlich vertretbares Handeln erreicht werden

Diese vier Funktionen fallen in die Rahmenmoderation gleichfalls wie in Zwischenmoderation. Aber sie zeigen eines ganz deutlich: Radio ist für das Publikum gemacht. Alle Teile eines Radioprogram-mes, egal ob Musik oder Wortbeiträge, richten sich an den Hörer. Ob nur zur Unterhaltung, zur Ani-mation oder was auch immer: Der Hörer ist der Existenzgrund für den Hörfunk.
In die Kontaktaufnahme (Punkt 1) fallen Begrüßung und Verabschiedung des Publikums, aber auch während der Sendung wird immer wieder das Publikum mit einbezogen. Dieser Appell „… ist die Aufforderung zur Aktivität in irgendeiner Form …“ und kommt in allen Sendungstypen vor. Meistens sind solche Appelle mit Hörerbeteiligung verbunden (z.B. Quiz). Dies geschieht oft aus dem Wunsch nach Feedback, mittels dem man Information über sein Hörerpublikum ermittelt. (HÄUSER-MANN/KÄPPELI 1986, 157).
Beispiel 3:
Nach einem Höreranruf, in dem es um den letzten Urlaub der Hörerin ging, ruft der Moderator seine Hörerschaft auf: „Viel Spaß der C. aus D. und viel Freude ihnen mit Ihren Traumurlaub. Wir tauschen alle Ihre Regentage in echte Sonnentage. Zumindest geben wir uns alle erdenkli-che Mühe. Rufen Sie uns einfach an und verraten Sie uns warum Ihr Urlaub der verregnetste überhaupt war. Schlimmer geht’s nimmer. Hier ist die Nummer …“, die dann eine Kollegin ver-ließt.
(Ö3, 7.9.2005)

Gespräche mit den Publikumsvertretern werden meist in der Form von Telefonanrufen realisiert. Sie sind oft kurz und meistens ist kein Thema vorgegeben  In Beispiel 3 ist das jedoch anders: Die Anrufe-rin erzählt über den letzten Urlaub. Dennoch ist das Gespräch eine Pflichtübung; ein Interesse für den Gesprächspartner fehlt (HÄUSERMANN/KÄPPELI 1986, 157).
Die Thematisierung der eigenen Person ist sehr stark mit der Person des Präsentators einer Sendung verknüpft. Sich selbst ins Spiel zu bringen dient der Transparenz einer Sendung und als Orientie-rungshilfe. Es leuchtet ein, dass eine heißere Stimme oder ein Mischgeschick in einer Live-Sendung zum Thema gemacht wird. (HÄUSERMANN/KÄPPELI 1986, 159)
Durch den zeitlich linearen Ablauf einer Rundfunksendung müssen dem Publikum Orientierungshilfen geboten werden. Der Bezug zum Inhalt einer Sendung (Punkt 2) wird mit An- und Absagen, Querver-weisen und Übersichten hergestellt. In Begleitprogrammen des Hörfunks zählen hierzu die Nennung der Musiktitel, Hinweise und Ansagen auf Beiträge usw. Eine solche Ansage kann sehr in mehreren Sätzen verpackt sein:
Beispiel 4:
„Achter September zweitausendfünf. Hoff' sie hab'n gut geschlafen – willkommen im äh neuen frischen Morgen. Und im Kino. R. C. weilt derzeit noch in Venedig. Seinem neuen Film das Comeback sehen sie trotzdem schon ab heute in den österreichischen Kinos. X.Y.: Worum geht’s?“
(Ö3, 8.9.2005)

Eine weiter Aufgabe von Ansagen ist auch, den „Anschluß an das Vorwissen des Zielpublikums“ her-zustellen. Je nachdem kann die Ansage in ihrer Länge variieren (HÄUSERMANN/KÄPPELI 1986, 162).
Das Problem bei Ankündigungen von Musiktiteln ist, dass „… für die häufigste, die knappe Form [Nennung von Interpret und Titel; Anm.] der Ansage wenig verschiedene Formulierungen zur Verfü-gung stehen“ (HÄUSERMANN/KÄPPELI 1986, 165). In Unterhaltungssendungen, die Popmusik spielen, sind die Möglichkeiten zu Variation großer: Oft werden Zusatzinformationen über den Interpreten oder Inhalt des Titels in die Ansage verpackt.
Die Absage bietet einen günstigen Anlass zu Zusammenfassungen oder Schlussfolgerungen (vgl. oben: Rahmenmoderation).
Erklärung von Unvorhergesehenem (Sendeausfall, technische Störungen) machen dem Zuhörer das Programm transparent (Punkt 3). Dazu gehören etwa auch Begründungen, warum welche Beiträge ausgestrahlt werden. Transparenz hat für das Radio ein enormes Gewicht. Weil dem Hörer nur der auditive Kanal zur Verfügung steht, ist es eher der Fall, dass man auch bestimmte Geräusche, die der Hörer erkennt, wenn er die Geräuschquelle sieht, erklären muss.
Rundfunksprecher repräsentieren ihre Arbeitgeber (Punkt 4) und werden mit der Anstalt identifiziert. Die Inhalte, die ein Sprecher in einem Medium darstellt, sind für die Öffentlichkeit gemacht. Beson-ders in Begleit- und Unterhaltungsprogrammen werden oft „spontan“ Ungeheuerlichkeiten formuliert. Deshalb muss immer gesondert auf die vermittelten Inhalte geachtet werden.
Hörfunkanstalten sind oft so stark von ihren Repräsentanten abhängig, dass der Sendung mit ihnen steht und fällt.
Umsetzung einer Zwischenmoderation: der 3-Element-Break
Für diese Funktionen werden vom Sender Elemente vorgefertigt, die bei Bedarf in der Zwischenmode-ration eingespielt werden können. HAAS/FRIGGE/ZIMMER nennen acht konkrete Mittel als Minimum um die einzelnen Programmteile einer Sendung miteinander zu verbinden. Es sind die Grundelemente des 3-Element-Break: Zeit, ID (Stations-, Programmkennung), Intro/Outro (von Musiktiteln), Slo-gan/Phraseologie, Teaser/Hinweise, Service: Wetter/Verkehr, Kurzinformationen/-meldungen, An-/Abmoderation.
Diese Mittel machen den 3-Element-Break aus. Es ist der kleinste Bestandteil eines Programmformats und gibt neben der Verbindungsfunktion dem Moderator die Chance, seine Gedanken zu organisieren. Diese Elemente sollen den Präsentator vor sinn- und inhaltslosen Moderationen bewahren. Jedes Ele-ment erfüllt bestimmte Aufgaben:
Zeit, ID, Intro/Outro sollen dem Hörer zur Orientierung dienen, wie spät es ist, welchen Sender er hört und welche Musiktitel gespielt wird.
Slogans und Phraseologien sind mit anderen Elementen verbunden am wirksamsten und sollen ein bestimmtes Image schaffen. Teaser sind Hinweise auf einzelne Programmteile. Es soll den Hörer im-mer wieder für eine Viertelstunde binden. Die fünfzehn Minuten ergeben sich aus der Mediaanalyse, die Nutzungsgewohnheiten im Viertelstundentakt abfragt. Der Hörer soll an den Sender gebunden werden.
Kurzinformationen behandeln nur die sieben W-Fragen (Wer, Was, Wann, Wo, Warum, Wie, Woher), geben dem Moderator zusätzlichen informativen Charakter und sind in der Regeln selten länger als 15 Sekunden (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, S. 136).
An- und Abmoderation leiten zwar Beiträge ein, gehören aber zur Moderation.
3-Element-Breaks minimieren den Worteinsatz, organisieren die Reihenfolge der Informationen und beschleunigen die Geschwindigkeit der Elemente. Dadurch erzeugen sie „… subjektiv den Eindruck Dynamik.“ Die straffen den Sinn  von Sätzen, verbinden größere Elemente miteinander, sichern dem Moderator eine Grundstruktur und bestimmen Klang, Tonfall, Lautstärke, Tempo, Takt und Tonart.   Kurz: Sie sollen dem Moderator helfen, sich auf die wesentlichen Inhalte zu konzentrieren, und ver-hindern, dass Ansagen langatmig werden.
Begleitprogramme
Mit der Installation von Radiomagazinen wollte man das Radio, dessen Sendungen sich stark an der Presse orientierten, auflockern. In den 60er Jahren verbreitete sich das Magazin auch im deutschspra-chigen Raum über die Rundfunksender der vormals amerikanischen Besatzungszone. Das Prinzip des neuen Sendetyps war die „Mischung von unterhaltender Musik und kurzen Wortbeiträgen, die von einem Moderator präsentiert werden.“  Zu Anfangs waren die Merkmale von Magazinen klar: live präsentiert, waren sie eine Mischung von Wort- und Musiksendungen (mit „leichter“ Musik), in der Wortbeiträge sich thematisch und formal sehr von einander unterschieden. Die gesamte Sendung wur-de von einem Moderator zusammengehalten und konnte sich über mehrere Stunden strecken. Die erste Radiomagazinsendung war ‚Monitor‘ von Pat Weaver. 1949 von NBC erstmals ausgestrahlt wurden jeweils zwölf Stunden Unterhaltung, Nachrichten und Hilfsdienste (Küchentips).  
Einige dieser Merkmale wurden im Laufe der Zeit aufgeweicht oder aufgegeben. So können Magazine auch ohne Musik auskommen und die Dauer einer herkömmlichen Sendung haben. „Das einzige noch strikt verbindliche Definitionskriterium scheint mit die Anwesenheit eines Moderators zu sein.“
In beinahe allen Sendungen des Hörfunks wird moderiert, egal ob dies Kultur-, Religions-, Sport- oder Nachrichtensendungen sind. Solche Sendungen unterscheiden sich zwar in ihrer Zielsetzung von Un-terhaltungssendungen, „nicht aber in der Tätigkeit des Moderierens“, sagt WACHTEL.  
Moderation ist rhetorische Kommunikation weil sie auf das Bewußtsein und Handeln des Hörers ab-zielt. Mit anderen Worten: sie ist hörerwirksam. Rundfunksendungen können entweder informativ (Nachrichten, Dokumentationen, …), persuasiv (überredend: Kommentare, Reden, Werbung, …) oder delektativ (unterhaltent: Krimis, Shows, Sport, …) sein , sind aber immer auf den Hörer gerichtet und versuchen auf ihn einzuwirken.
Untersuchungen haben ergeben, dass in der Tageszeit von neun Uhr morgens sieben von zehn Men-schen Radio nebenbei hören. In der Zeit bis 18 Uhr sind es schon acht von zehn. Später wird zwar die Hörerschaft kleiner, die hören aber um so genauer zu. Der Radiohörer will also tagsüber Unterhaltung und Information während anderer Tätigkeiten konsumieren. An diese Gegebenheit passen sich die Sender an. Scheinbar ist das Mittel mit dem diese Erkenntnisse der Hörerforschung gestillt werden: viel Musik und wenig Wort. Das ist bei allen Radiosendern gleich. Erfolgreiche Radiosender pflegen einen Anteil von 55-60 Prozent Musik und den Rest als Wort (40-45 Prozent). Unterschiede machen sich nur in der Auswahl der Musiktitel und in der Qualität des Wortes bemerkbar (Radioformate). Vor allem am Morgen liegt die Hördauer nur bei 25 bis 30 Minuten, weshalb Beiträge nicht zu lang und anspruchsvoll sein dürfen.
Neben Wortmagazinen (z.B. Nachrichtensendungen) wird auch in Begleitprogrammen, die in ihrer Form nur im Radio heimisch sind, moderiert  – auf diese Sendeform ist für die vorliegende Arbeit ausgerichtet. In den unterschiedlichen Situationen muss der Moderator die jeweils passende Sprach-form finden. Die Hörer einer Nachtsendung wollen anders begleitet werden als jene, die den Radio am Morgen, vor der Arbeit, einschalten.
Begleitprogramme sind Magazine oder zumindest stark an das ursprüngliche Magazinkonzept ange-lehnt. Das Konzept der dieser Begleiter ist von seiner Funktion her definiert und diese ist „… unlös-lich mit dem Moderator und seinen verschiedenen Rollen verknüpft.“ Eigentlich ist der Moderator als Person, nicht das Programm oder der Sender, derjenige, der den Hörer begleitet. Für BURGER ist eine linguistische Analyse von Begleitprogrammen im Sinne einer Textsortenbeschreibung hoffnungslos. Sie seien zu heterogen um eine Charakteristik im Sinne einer Textsorte zu haben .
Ein typischstes Begleitprogramm ist die Morgensendung. Weil diese das größte Publikum findet (die meisten Hörer schalten vor und nach sieben Uhr morgens den Radio ein), werden dort meistens die populärsten und besseren Moderatoren eingesetzt. Seine „hauptamtliche“ Funktion ist es hier, Musik und Wortbeiträge miteinander zu verknüpfen.
Moderation in Begleitprogrammen
Elemente die scheinbar außerhalb der vier oben genannten Funktionen liegen finden sich in Begleit-programmen. Es handelt sich um Texte, die vorrangig unterhaltenden Charakter haben und „vom Witz über die Anekdote bis zu kuriosen Infos und Klatsch reichen.“  Aus dem Programmkontext gerissen dienen sie rein der Unterhaltung und stellen einen Bezug zwischen Publikum und dem Moderator her. Sie können Thematisierung der Person des Präsentators (Punkt 1) sein oder der Repräsentation der Rundfunkanstalt, des Programmes etc. (Punkt 4) dienen.
Moderationstexte in Begleitprogrammen verselbständigen sich, im Vergleich zu Wortmagazinen, wo sie sich immer auf die Beiträge bezogen sind. Sie sind entweder aus dem Kontext gerissen oder dienen als ein textlinguistisches Instrument, um Musik an- oder abzusagen. Auch der Erzählanlass wird in vielen Fällen nicht explizit gemacht:
Beispiel 5:
[Zeitansage] Wissen Sie, was ich manchmal denke: Ein Bär sollte man sein, dann könnte man einmal sagen: Bitte nicht vergessen, pünktlich wecken, dreißig Minuten nach April.
(Ö3, 14.12.1981)
[Zeitansage] Wissen sie, was ein Berater ist? Das ist ein Mann, der Ihre Uhr nimmt, Ihnen sagt, wie spät es ist, und Ihnen dafür dann eine Rechnung schickt.
(Ö3, 14.12.1981)

Gängiger ist es, einen Witz als Ratschlag, Tip etc. zu verpacken:
(…) sieben Uhr vierundvierzig, in einer Minute ist es dreiviertel acht. – Ich hätte hier einen sehr guten Tip von Loosewelt (sic). Er meinte: Wenn Du gefragt wirst, ob Du einer Arbeit gewach-sen bist, so erwidere: Selbstverständlich. Dann sie zu, dass du herausbekommst, wie man es macht.
(Ö3, 10.12.1981)
(Beispiele nach BURGER 1990, S. 194)

(…) Donnerstag morgen, achter September. Einen guten Start in die Arbeit. Oder in die Schule? Oder ins Finale der letzten Ferienwoche. Aber wer steht da jetzt schon auf. [Atempause] `sitz die ganze Zeit schon vor meinem Faxgerät und warte darauf das mir irgend jemand großartige Angebote macht dafür das ich meinen Job nicht mehr mach. Aber i glaub, wer wer glaubt ir-gendwie das er so leicht sein Geld verdient ist Hirsch – mann. Äh – guten Morgen.(…)
(Ö3, 8.09.2005)
Das Wort im Radio
Alle menschlichen Kommunikationsweisen und –inhalte kommen auch in den Medien vor. Häufig spricht man von ‚Mediensprache‘, aber Medien „… haben keine eigene Sprache.“  Auch wenn sich einige medienspezifische Textsorten entwickelt wurden, um „Sachverhalten von außerhalb (politische Ereignisse, wissenschaftliche Zusammenhänge, kulturelle Werke) zu vermitteln …“ , gilt das eben gesagte.
Radio ist nach HAAS/FRIGGE/ZIMMER wie Theater aufgebaut. Während die Grundpfeiler des Theaters Drehbuch, Regie und Vorstellung sind, stellen Inhalt, Struktur und Präsentation das Grundgerüst des Radios dar. „Radio ist Theater im Kopf“, mit dem unterschied das es dem Hörfunk an realen Bildern fehlt. Aber: „Die fehlenden Bilder erlauben es, für Hunderttausende von Hörern Einzelbilder zu schaf-fen … Radio ist Theater im Kopf und nur durch die Phantasie des einzelnen beschränkt.“
Als Beispiel dafür, wie Hörfunk die Phantasie anregt, wird gerne das Hörspiel „War of the worlds“, das von Orson Welles inszeniert wurde und am 30. Oktober 1938 vom Radiosender CBS über den Äther ging. Die Sendung verursachte bei seinen Hörern für Aufregung. Viele glaubten, dass die Erde tatsächlich von Außerirdischen angegriffen werde.
Spätestens wenn es um die Sprache im Radio geht, stößt die beschriebene Analogie zum Theater an ihre Grenzen. Im Radio, wo es kein Bild gibt, kann Schauspiel nur zu einem gewissen Grad betrieben werden. Und weil der visuelle Teil der Kommunikation fehlt, werden die Anforderungen an eine Ra-diosprache erhöht.
Sprache der Moderation
Die menschliche Sprache wird mit dem ganzen Körper gestaltet. Betonungen, Pausen, Tempo, Laut-stärke, Melodie, Stimmlage, Rhythmus, Stimmfarbe  sind genauso Elemente des Sprechausdrucks wie Körperhaltung, Mimik und Gestik eine Rolle spielen.
„Neben der Musik steht und fällt ein Programm - und damit der Erfolg des Senders - mit der Qualität der Moderation. Kein Bereich ist so profilschaffend wie die Moderation, und in keinem anderen Be-reich ist es so schwierig, Profil zu schaffen“
Es ist aber kaum möglich allgemeine Regeln anzuführen wie Sprache der Moderatoren ist. Wegen den unterschiedlichen Funktionen von Moderationen und unterschiedlichen, vom Senderformat vorgege-benen, Anforderungen ist es auch kaum möglich, Regeln für die Moderation aufzustellen. Ein paar, die sich auf die Anwendung der Sprache beziehen, gelten dennoch für alle Moderationstätigkeiten.  Es sind Vorgaben, die gewisse Ziele fordern um Fehler zu vermeiden und um die Sprache der Radioak-teure aufgrund der speziellen Gegebenheiten im Hörfunk zu regulieren.
Radiomoderation ist so konzipiert, dass jeder Hörer einzeln angesprochen wird. Damit wirkt der Spre-cher persönlicher und eignet sich besser als „Begleiter“ durch den Tag. So gesehen ist Radio kein Massen- sondern ein Individualmedium (HAAS/FRIGGE/ZIMMER S.86)
Stimmlage
Die Stimmlage ist, wie häufig konstatiert wird nicht so entscheidend. Sie ist zwar eine wichtige Eigen-schaft (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 572), aber empirische Untersuchungen ergaben, dass die „Stimmfarbe“ von Hörfunk-Sprechern als „weit gehend unerheblich angesehen wurde…“  
Betonung, Inhalt und Struktur entscheiden, ob ein Moderator positiv, neutral oder negativ bewertet wird. Dazu gibt es einen ganzen Katalog an Eigenschaften, die von professionell, freundlich, ange-nehme Stimme, menschlich, … (positive Eigenschaften) über klug, Dialekt, freundschaftlich, fesselnd, tiefe Stimme, unterbricht nicht, …(neutral) bis hin zu kühl, pampig, egoistisch, chaotisch, penetrante Stimme, … (negativ) gehen.
Formen der Sprachanwendung
Freies Sprechen
In Moderationen kommen alle drei Formen der Textproduktion vor: Vorlesen, auswendig Gelerntes wieder geben und frei sprechen. Eine der Grundvoraussetzungen für den Moderator nennt sich „frei sprechen“. Damit ist gemein, dass Sätze in dem Moment produziert werden, in dem gesprochen wird – spontan. Es ist das, was wir im täglichen Leben am häufigsten tun. Dadurch wird Authentizität und Verständlichkeit möglich. Wer frei spricht, setzt Betonungen und Pausen richtig und formt Sinnschrit-te adäquat.
Spontan gesprochene Sprache zeichnet sich aus durch „… hohes Tempo, prozesshafte Dynamik, situa-tions- und adressatenbezogene Flexibilität, Flüchtigkeit, asyndetische [nicht durch Konjunktionen verbunden; Anm.] Reihungen, grammatisch unvollständige Äußerungen, verkürzte Sätze (Ellipsen), Satzbrüche, Kongruenzfehler [Sätze stimmen oft nicht überein; Anm.], Verzögerungsphänomene, Selbstkorrekturen, Wortwiederholungen, häufigen Gebrauch von Joker-Wörtern mit sehr weiter Be-deutung, Wortabschleifungen, umgangssprachliche Ausdrücke und Dialektismen, viele Modalparti-keln, Sprechersignale, Einstellungsbekundungen und Referenzen auf die eigene Person.“
Fehler können aber beim freien Sprechen auftreten wenn denken, atmen und aussprechen einander im Weg sind: „Stockungen im Sprechablauf, Füllworte und –laute, lautes und sinnleeres Atmen, Wortfin-dungsschwierigkeiten, vor allem der Verben, der Wunsch, druckreif sprechen zu wollen, damit zu-sammenhängen: zu lange Sätze anzufangen, ohne den Satzkern parat zu haben, Wiederholungen, zu langes phasenweises Formulieren.“ Je mehr ein Ausdruck geplant sei, desto gründlicher werde aus-formuliert.  Solche Fehler sind im Radio störend und verwirren den Hörer. Deshalb sind sie zu ver-meiden.
Kein Rezept, wie sich „frei sprechen“ im Hörfunk realisieren lässt, kommt ohne das vorherige schrift-liche Fixierung von Anhaltspunkten aus (WACHTEL 2002, 26). Aufgeschriebenes funktioniert als Ge-dankenstütze für den Sprecher; die minimalste Form ist der Stichwortzettels. PAWLOWSKI hat 1997 sein Modell des Stichwortkonzeptes publiziert und nennt es „strukturiertes Aufschreiben“. Dieses Modell verwendet GEISSNERS „Treppen-Modell“ von 1975 als Basis. Ein anderer Autor, FIUKOWSKI, beharrt dagegen auf das richtige Schreiben von Texten für das Lesen (1999) (WACHTEL 2002, 34). Für das Hören schreiben ist aber schwierig, weil die Differenz zwischen Schriftgrammatik und mündlicher Formulierung besteht. Auch die Situation in der sich ein Sprecher vor dem Mikrophon befindet kann in einen vorbereiteten Text kaum einfließen.
Situationen, in welchen Texte, die von anderen geschrieben werden, vorgetragen werden sollen kom-men oft genug vor. Deshalb rät BUCHHOLZ sich einen fremden Text vor dem verlesen mundgerecht zu machen, denn Moderation ist eine personengebundene Darstellungsform. Ein fremder Text passt oft nicht zum Stil des Sprechers ; es sei weniger authentisch als freies sprechen, betont WACHTEL. Vor-lesen setze Pausen und betone oft sinnwidrig und häufig käme es zu unbeabsichtigten Betonungen, überhöhtes Tempo, bewusstloses Vorlesen, Atemnot oder Monotonie (WACHTEL 2003, 30f). Außer-dem vergesse man bei diesem Vorgang der Reproduktion manches, was zur Situation gehört (WACH-TEL 2003, 21).
Sprechrollen und Senderformat
Die Sprache eines Menschen ist ein großer Teil seiner Persönlichkeit. Wie man spricht, zeigt woher man kommt, wie Sprechinhalte, wie man denkt und die Stimme verrät eventuell den Gesundheitszu-stand. Mit jeder Situation nehmen wir bestimmte Positionen, die sich im Sprachausdruck manifestiert. „Es gibt kein rollenloses Sprechen“ stellt GEISSNER fest.  Jedes Radioprogramm, jeder Sender be-stimmt Vorgaben für seine Mitarbeiter. Die Institutionen geben Sendekonzepte und damit auch die Rollen der agierenden Personen vor. So wird das Sprechverhalten der Radiosprecher durch die Pro-grammstruktur und das Senderformat in eine Richtung gelenkt.
Den Vergleich zwischen Theater und Radio (siehe oben) dient auch, um das Format eines Radiosen-ders zu erklären. Radioformat ist eine Mixtur von Inhalt, Struktur und Präsentation. Die Dosis der einzelnen Elemente richtet sich nach den Bedürfnissen des Marktes. Je nach Radioformat prägen sich Moderationen anders aus.  
Das Adult Contemporary (AC) unterhält die Kernzielgruppe zwischen 25 und 49 Jahren. Zwei Aus-prägungen existieren unterhalb: Oldie based AC und Currend based AC mit weiteren Verfeinerungen (Soft AC, Hot AC, Euro AC). Unterschiede gibt es in der Ausprägung des Informationsangebotes. Manche haben stündlich, einige wenig und manche verzichten gänzlich auf Nachrichten zugunsten anderen unterhaltenden Elementen.
Die Mixtur aus Information, Unterhaltung und Musik ist in vielen Sendern anders. Je nach dem prägt sich auch die Moderation anders aus. Präsentatoren in Sendern, die Musik und Information gleichwer-tig behandeln (Schlagzeilen alle halbe Stunde, Nachrichten mit Hintergrundinformation Morgens, Mittags und Nachmittags, Reportagen, Berichte, Interviews, etc. werden zusätzlich ausgestrahlt), ste-hen stark im Vordergrund und zeigen sich wegen den vielen Informationselementen starke redaktio-nelle Fähigkeiten. Moderationspersönlichkeiten finden sich im gesamten Tagesverlauf.
Unaufdringlich und knapp ist der Moderator in Programmen deren Schwerpunkt in der Unterhaltung und Musik liegt. Information und Nachrichten werden in kurzen Beiträgen häufig in den Drivetimes stündlich, sonst im zwei- oder dreistundentakt. So beschränkt er sich auf Standardelemente wie An-/Abmoderation von Musik, Uhrzeit, Gewinnspiele etc. Persönlichkeiten hört man meist nur in der Frühsendung. (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 166-174)
Musiktitel, die sich aktuell gut verkaufen und/oder populär sind, zeichnet das Contemporary Hit Radio (CHR) aus. Zwischen 14 und 29 sind die Hörer, auf die das Format ansprechen sollen. Viel Musik und wenig Wort charakterisieren das CHR. Dementsprechend gering ist der Wortanteil. Die Rolle des Mo-derators wurde seit, dieses Format Mitte der 60er eingeführt wurde, stark reduziert. In den 70er stieg seine Bedeutung wieder an und ein Jahrzehnt später waren stark präsente Moderatoren bis auf die Morgensendung nicht mehr gefragt. Heutzutage unterstützt häufig ein Team von Spezialisten den Mo-derator im morgendlichen Programm. Tagsüber ist die Moderation knapp, rhythmisch und dynamisch. Es wird oft über Vorlauf oder Ende eines Titels gesprochen. (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 179-183)
Easy Listening (EZ) zeichnet sich durch entspannende Musik aus, die für eine Hörergruppe mit etwa 50 Jahren gedacht ist. Wort spielt eine untergeordnete Rolle und es ist bekannt für männliche sonore Stimmen – der Moderator muss erwachsen klingen. (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 186-189)
Eine sehr bewegte Geschichte hat Album-Oriented Rock (AOR) die gezeichnet ist von Hörerfluktuati-on den vergangenen dreißig Jahren. Vor allem bei Männern zwischen 18 und 34, kaum bei Frauen, konnte man beachtliche Reichweiten erzielen. AOR ist sehr musikintensiv, weshalb wenig Wortmel-dungen zu erwarten sind. Während Moderatoren am Anfang wenig aufdringlich und unkonventionell waren, zeichnen sie sich heute durch Vitalität, Zauber, Reiz, Witz und Verstand. Persönlichkeiten finden sich in den Drivetimes. (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 189-199)
News und/oder Talk sind ausschließlich Wortformate. Sie können getrennt oder kombiniert (News/Talk) ausgestrahlt werden. Kennzeichnend im News ist eine Rotation der Sprecher um einen „frischen und aktuellen Sound zu erzielen“ (194). Der Moderator im Talk-Format ist der Talkmaster. „Er muss redegewandt, wissend, unterhaltend, witzig, gefühlvoll und bisweilen aggressiv sein.“(198)
Klassik richtet sich an die gebildete und einkommensstarke Bevölkerung. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Präsentatoren. Konzerte, Sinfonien, Sonaten bis hin zu Operetten werden in der gesamten Länge mit An- und Abmoderation übertragen, aber auch mit Hintergrundinformationen zu Interpreten und Stücken. (HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 207ff)
Den größten Spielraum haben Moderatoren im Middle-of-the-road (MOR), das zu Beginn in den 50er bis 70er musikalisch schwer einzuordnen war, weil solche Sender jedem alles bieten wollten. Heute ist die Zielgruppe über 40 Jahre alt. Auch hier gibt es verschiedene Ausprägungen mit verschieden ho-hem Wortanteil. (213-219)
Das Arabella-Format ist melodisch, nicht basslastig/rhythmisch und ist für eine Zielgruppe zwischen 40 und 60 Jahren konzipiert. Schlager, Evergreens, Volkstümliche Musik etc. bilden das Programm. Die Sprache der Ansager ist konservativ, muss aber natürlich klingen und lustig sein. (220-223)
Radioformate müssen flexibel sein um sich den Marktgegebenheiten anzupassen. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. So ist die Stimmung der Hörer von der Tageszeit allein sowie in Kombination mit der Jahreszeit abhängig. An diese Umstände soll sich auch der Moderator orientieren.
Historische Betrachtungen – im Gespräch mit Dieter Dorner
Eine komplette Geschichte der Hörfunkmoderation kann an dieser Stelle nicht erzählt werden. Der Umfang eines solchen Unternehmens würde den Rahmen dieser Arbeit enorm verbreitern. Lediglich werden einige Aspekte, die Einfluss auf die Moderatoren und somit ihr Sprechverhalten ausübten, angeführt. Ein Gespräch mit Dieter Dorner half vor allem die Situation im dritten Programm des öster-reichischen Rundfunks (Ö3) zu durchleuchten.
Dieter Dorner ist Ö3-Mann der ersten Stunde als Moderator von 1967 weg. Der 1943 geborene Dorner moderierte den „Wecker“, „Espresso“, „Aus der Welt des Jazz“ und installierte gemeinsam mit Wolf in der Maur die Konsumentensendung „Help“. 1981 wird er Leiter der Abteilungen Jugend, Gesell-schaft und Familie sowie Religion im Landesstudio Klagenfurt. Aufbau des ersten Ö3 Lokalsenders in Kärnten (Ö 3 Kärnten 90.4). Mit seiner Tätigkeit als Hauptabteilungssleiter der Unterhaltung im ORF und somit auch von Ö3 zwischen 1987 und 1992 war er Entscheidungsträger des Rundfunks und kann Entscheidungen aus der Sichtweise des Leiters geben. Nach seiner Zeit bei Ö3 widmete sich der 62jährige landete schließlich im steirischen Landesstudio des ORF, wo er bis zu seiner Pensionierung 2005 als Moderator tätig war.  
Das Radio als Produkt hat sich in seiner gesamten Konzeption verändert. Ob dies Einfluss auf die Sprache der Ansager und „Begleiter“ hatte, ist fraglich. Die meisten Veränderungen, die sich der Hör-funk unterzogen hat, wirkten sich auf die Struktur des Programms aus. Programmuhren (Sendeuhren, „Hotclocks“) und Radioformate wirken sich durch ihre strukturelle Funktion in gewissem Maße auf die Sprachfeiheit in den Sendungen aus. Die Vorgaben des Formats richten den Sender auf Zielgrup-pen, denen man sich sprachlich näher muss (vgl. „Sprechrollen und Senderformat“).
Die Programmuhr regelt u.a. die Plazierung der Wortelemente; „… an welchen Stellen welche Art von Moderation stattfinden soll, um die Zielsetzung des Programmes zu unterstützen.“  Stimmung aufzu-bauen ist eine Funktion der Radiomoderatoren. Am ehesten ist „Stimmungsmache“ gewährleistet, „… wenn man sich einschalten kann, wenn es nötig ist“(D. Dorner). Durch die straffe Struktur ist das aber nicht gänzlich möglich. Die Sendeuhr sei ein Hilfsmittel, keine Bibel. Aus dem Privatradio wurde sie unter Dieter Dorner Ende der 80er in Ö3 eingeführt. Im Raum Salzburg und Tirol verlor das Pro-gramm Hörer an den Sender Antenne Bayern, begründet der damalige Chef der Unterhaltung des ORF.
In einem Zeitungsinterview Ende 1987 erklärt Udo Reiter, Programmdirektor des Bayerischen Rund-funks diesen Wechsel zum Format so: „Weg vom Alten Gemischtwarenladen, hin zu Programmen, die ein Profil haben, die man einschaltet und durchhört.“
Das Formatradio verdrängte Spezialprogramme. Solche Sendeformen boten mehr Freiheit für die Ak-teure hinter dem Mikrophon, sie bedürfen aber auch ein spezielles Publikum.
Freie Rede gab es in den Anfangszeiten des Ö3 kaum. Vieles wurde durch mit Manuskripten umge-setzt. Der Grund war auch, weil man gegen unverbindliches Plaudern (Ernst Grisseman bezeichnete das als Logorhoe; Redesucht) vorgehen wollte. Die erste freie Moderation kam durch Klausnitzer, der den Ö3-Wecker ohne Manuskript gestaltete. Da auch die Informationsbeschaffung damals – vergli-chen mit der heutigen Vielfalt, und Geschwindigkeit, die das Internet bietet – schwieriger war, wurden oft spontan „kleine Geschichten“ erfunden. Ohne jedoch jemanden zu verunglimpfen. Damals habe man nichts gewußt von den Interpreten, gesteht Dorner.
Mitte der 80er prägte sich die Sprache auch so aus:
Beispiel 6:
(Titel längst zu Ende) (Knistern) … „Tja - das war - laß mich mal gucken ¬… ja … das waren, wie gesagt die Poogie Boys mit ihrer neuesten LP `I miss you´. Neu auf dem britischen Markt. Die letzte Auskoppelung war die Single `No Deal´, aber wir spielen heute gerade den zweiten Titel auf der ers-ten Seite, und der heißt, wie wir gerade gehört haben `Girls and Boys´ - und nun ein Blick auf die Uhr … tja, es ist inzwischen siebzehn Uhr und zwanzig Minuten geworden, zwanzig Minuten nach sieb-zehn Uhr, und nun wollen wir noch etwas von Silly Gilly hören. Und zwar haben wir von denen ein „Interview“, wie man so schön sagt. Und das alles werden wir noch heute zu hören bekommen. Aber zuerst machen wir weiter mit … Musik…“
(HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991, 591).

Als besonders herausragende Moderatoren galten Thomas Gottschalk und Günter Jauch. Und selbst Jauch betont in einem Gespräch, er habe zu Beginn seiner Radiolaufbahn alles aufgeschrieben und erst mit der Zeit auf Stichwortzettel umgeschwenkt.  Diese Moderatoren galten als ungezwungen. Ein Beispiel ist folgende Moderation von Thomas Gottschalk:  
Beispiel 7:
[Musik] „… Da zieht sie hin die Karawane. Das war‘s ja schon wieder fast für heute. Sie glau-ben ja gar nicht wie schnell ein Jahr Erholung im Eimer ist - drei Stunden im Büro und eine Stunde hier am Mikrophon – schon ist die Erholung wieder weg – Es wird nämlich gerade ge-genüber von der Post da gebaut … und da haun die gerade so-s-so komische Stelzen in‘ Boden. Ma hat immer die Wahl ob man sich die Socken festhält oder den Schreibtisch weil entweder die Socken rutschen oder der Schreibtisch hüpft weg, das vibriert alles, sag´ ich ihnen. Also, deswegen die leichte Gehirnerschütterung die sich in den nächsten Tagen vielleicht noch etwas verschärfen wird – bitte ich jetzt schon zu entschuldigen [Atempause] Jå das wär etwas Musika-lisches von U. [Musik]
(Bayern3, „Thommys Radioshow“, Mitte der Achtziger)

Dieser Zwischenmoderationen (Beispiel 5 und 6) dauert relativ lange im Vergleich zu den anderen Beispielen. Durch die Reizüberflutung, erklärt Dorner, die heute stärker ist als früher, verkürzten sich die Moderationen. Auch die Anzahl der Wörter pro Satz, die eine optimale Verständlichkeit verspre-chen, ist auf 13 gesunken.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Verständlichkeit von Sätzen eingehen. Zur besseren Hörver-ständlichkeit gibt es Forderungen die sich etwa darauf versteifen, dass die Gewichtung einer Aussage auf Hauptsätze fällt. Nebensätze sollen vermieden werden. Für die Anzahl der Wörter in einem Satz gibt es genauso Richtlinien, wie für ihre Anordnung. WOLF SCHNEIDER behauptet: „Kürze ist kein zulängliches Kriterium, oft sogar ein faules Alibi.“ Die Verständlichkeit einer Aussage ergibt sich nicht aus ihrer Länge oder dadurch, dass sie in Hauptsätzen vermittelt wird, sondern durch ihre Trans-parenz. Ein Satz muss „… durchsichtig, übersichtlich in der Folge der Wörter und der Gedanken …“ sein.  Die optimale Verständlichkeit wird erreicht, dass man das Verb vor das Subjekt gezogen wird.
Schopenhauers Zitat passt an dieser Stelle gut: „Was ein Mensch zu denken vermag, läßt sich allemal in klaren, faßlichen und unzweideutigen Worten ausdrücken…“
Die Technik, mit der Moderatoren unweigerlich zu tun haben, brachte vor allem für die Sendungsvor-bereitung Erleichterungen. So musste, bevor ein Computer Vorlaufzeiten von Musiktitel ausgerechnet hat, den sprachlosen Teil eines Musiktitels mit der Hand stoppen und damit den Techniker bemühen, der zum richtigen Zeitpunkt mit der Musik einsetzten konnte.
Radio ist nur durch die Moderation außergewöhnlich, die Musik kann sich jeder kaufen. D.h. durch die Form der Unterhaltung, die geboten wird. Unterhaltung sei nicht definierbar: Gefühle müssen aus-gelöst werden, postuliert Dorner. Die emotional Anforderungen an die Sprache der Radiosprecher haben sich kaum geändert. „In der Gefühlswelt unterscheiden wir uns nicht sehr von Adam und Eva“, sagt der ehemalige Ö3-Moderator, „nur die Form hat sich verändert.“
Die Anfänge der Aussprachetheorie liegen bei SIEBS, der 1931 sein Werk „Rundfunkaussprache“ als Manuskript drucken hat lassen.  Zu dieser Zeit fordert der Autor noch, dass sich „… Rundfunkspre-cher … an die Erfordernisse der Hochsprache anschließen müssen.“ Dreißig Jahre später war die For-derung „eine gemäßigte Hochlautung“.(WACHTEL 2002, 32; nach SIEBS, 19. Auflage, 1969) Vor rund zehn Jahren meint KRECH: „Logisch wäre, auch für die Rundfunksprecher die Realisierung der Stan-dardaussprache … zu fordern, zumal … ihre Sprechweise insbesondere auf die Ausprägung von Er-wartungshaltungen bei der Bevölkerung“ wirke.   Zu Beginn der 90er kommt es vor allem auf richtige Aussprache und „lautgerechtes (phonetisches) Hören an.“ (WACHTEL 2002, 33)

Schlussbetrachtungen
Das Thema Sprache in Unterhaltunssendungen im Hörfunk ist derart komplex und umfassend, dass es (a) Experten und (b) viel Zeit bedarf um eine umfassende Untersuchung durchzuführen. Eine histori-sche Untersuchung potenziert diese Faktoren. Wie eingangs erwähnt ist Sprache eine menschliche Handlungsform (und jede menschliche Akt lässt sich mit Sprache darstellen). Sie geschieht in Situati-onen und ist abhängig von Situationen (ob real oder fiktiv). Eine historische Betrachtung dieses Gebie-tes kann sich nicht ausschließlich auf den Sprechausdruck einzelner Moderatoren konzentrieren, son-dern muss sich im Umfeld der Akteure umsehen. Da die Tätigkeit der Moderatoren an eine soziale und technische Umgebung (zumindest der Sender) gebunden ist, muss eine geschichtliche Untersuchung, wenn sie mögliche Tendenzen begründen will, auch in diesen Aspekt mit einnehmen. Was bedeutet, dass der Sprachwandel in eine diachronische Betrachtung einbezogen werden muss respektive ist der Sprachwandel ein Gegenstand einer solchen Untersuchung. Radio ist ein Bauch-Medium, wie HAAS/FRIGGE/ZIMMER 1991 fest stellten. Emotion steht für die Moderatoren im Vordergrund. Der Gegenstand ist deshalb ein Teil der Psycholinguistik.
In diese Arbeit sind lediglich einige Aspekte der Moderationstätigkeit und wenige historische An-haltspunkte, die in der Literatur auffindbar waren, eingeflossen. Schriftstücke, die sich mit dem Thema Sprache und Moderation beschäftigen sind zahllos. Werke, die sich in dem historischen Ausmaß mit dem Gegenstand befassen, konnten nicht gefunden werden. Die meisten Werke beschäftigen sich mit Teilaspekten der Sprache im Medium Radio. Viele davon sind lediglich Ratgeber, deren Autoren sich oft selbst feiern, deren Inhalte sich meist einen aktuellen Stand beziehen, diesen kritisieren. Um eine Geschichte zu formen, einen Ablauf zu finden müssten Ratgeber über den zu untersuchenden Zeitraum einer Analyse unterzogen werden. Für eine solche Mission fehlte mir die Zeit zur Recherche sowie zur Analyse. Außerdem müsse eine solche Literatur sprachwissenschaftlich betrachtet werden. Das hierfür notwendige Wissen besitze ich als jemand, der erst mit diesem Thema sprachwissenschaftliche Ausei-nandersetzungen führt, nicht. So muss dieses Thema Experten in die Hände gelegt werden.
Ein weiteres Problem, eine solche Untersuchung anzustellen ergibt sich aus dem vorhanden Material. Hörfunksendungen mit Moderationen wurden und werden zwar von den Instituten mitgeschnitten, aber kaum archiviert. Zum größten Teil ist man auf Privatpersonen angewiesen, zum Teil auf Modera-toren, die ihre Air-Checks aufbehalten haben. Diese Privatarchive müssen zuerst einmal gesichtet werden und selbst dann ist eine Flächendeckende (diachronische) Untersuchung fraglich.
Eine Arbeit dieses Ausmaßes wäre zudem einer Doktorarbeit und keiner Abschlussarbeit für einen Lehrgang an einer Universität zumutbar (ohne hier eine wertende Rolle einzunehmen).

Literatur
Berger 1984: Lothar Berger [Hg.], Sprechausdruck (= Sprache und Sprechen Band 13),
 Scriptor: Frankfurt/Main 1984.

Burger 1990: Harald Burger, Sprache der Massenmedien. 2., durchgesehene und erweiterte
 Auflage, de Gruyter: Berlin/ New York 1990.

Burger/Imhasly 1978: Harald Burger/ Bernhard Imhasly, Formen sprachlicher Kommunikation. Eine
 Einführung, 1. Auflage, Kösel: München 1978.

Haas/Frigge/Zimmer 1991: Michael H. Haas/ Uwe Frigge/ Gerd Zimmer, Radio-Management. Ein
 Handbuch für Radio-Journalisten, 1. Auflage, Ölschläger: München 1991.

Häusermann 1998: Jürg Häusermann, Radio (= Grundlagen der Medienkommunikation 6),
 Niedermeyer: Tübingen 1998.

Häusermann/Käppeli 1986: Jürg Häusermann/ Heiner Käppeli, Rhetorik für Radio und Fernsehen. Regeln
 und Beispiele für mediengerechtes Schreiben, sprechen, Kommentieren,
 Informieren, Interviewen, Moderieren (=Schriften zur Medienpraxis, Band I,
 hrsg. Vom Medienausbildungszentrum Luzern), Sauerländer: Aarau 1968.

Kreuzbauer 2005: Günter Kreuzbauer/ Barbara Madella-Mella, Die paraverbale Komponente in der
 Praxis des Rhetoriktrainings,
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Schneider 1996: Wolf Schneider, Wörter machen Leute, Magie und Macht der Sprache, 6.
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 http://www.monitorbeacon.com/history.html
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 http://www.rheton.sbg.ac.at

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